Elektroheizung kaufen: Woran Sie eine gute Heizung erkennen
Welche Elektroheizung ist die beste? Was Tests selten sagen, warum Strom immer gleich viel Wärme liefert und worauf Sie beim Kauf wirklich achten sollten.
Die eine beste Elektroheizung gibt es nicht. Jede Elektroheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme, egal ob Heizlüfter, Infrarotplatte oder Speicherheizung. Gute Geräte unterscheiden sich deshalb nicht beim „Sparen“, sondern bei Regelung, Wärmegefühl, Bauform und Verarbeitung.
Wir stellen selbst Elektroheizungen her. Darum sagen wir offen: Wir haben keinen Testsieger und versprechen keine Einsparung. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Unterschiede es wirklich gibt und wie Sie eine Heizung finden, die zu Ihrem Raum passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle Elektroheizungen setzen Strom vollständig in Wärme um. Keine Bauart „verbraucht weniger Strom“ für dieselbe Wärmemenge.
- Wie viel Strom Sie brauchen, hängt vor allem vom Raum ab: Größe, Dämmung, gewünschte Temperatur und wie lange Sie heizen.
- Sparen können Sie über eine gute Regelung, also nur dann und nur so warm heizen, wie Sie es brauchen.
- Beim Kauf zählen passende Leistung, Thermostat, Wärmegefühl, Bauform, Anschluss und ein erreichbarer Ansprechpartner.
Was Elektroheizung-Tests selten sagen
Wer nach „Elektroheizung Test“ oder „beste Elektroheizung“ sucht, findet viele Ranglisten. Oft fehlt dort ein wichtiger Satz: Beim Stromverbrauch für dieselbe Wärmemenge gibt es zwischen den Bauarten keinen Unterschied.
Tests können trotzdem nützlich sein. Sie vergleichen zum Beispiel:
- wie genau das Thermostat die Temperatur hält,
- wie laut ein Gerät ist (Heizlüfter mit Gebläse sind hörbar),
- wie heiß die Oberfläche wird,
- wie einfach die Bedienung ist,
- wie gut das Gerät verarbeitet ist.
Vorsicht ist bei Aussagen wie „spart bis zu 50 Prozent“ geboten. Solche Zahlen vergleichen meist ein neues, gut geregeltes Gerät mit einem alten Gerät ohne Thermostat oder mit einer anderen Heizgewohnheit. Die Einsparung kommt dann aus der Regelung und dem Verhalten, nicht aus der Bauart.
Kurz gesagt: Ein Test hilft bei Bedienung, Geräusch und Verarbeitung. Eine „sparsame Elektroheizung“ im Sinne von weniger Strom pro Wärme gibt es nicht.
Warum jede Elektroheizung aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme macht
Eine Elektroheizung arbeitet mit einem Heizwiderstand. Fließt Strom durch diesen Widerstand, wird er warm. Dabei geht keine Energie verloren: Die Energie aus dem Strom wird vollständig zu Wärme im Raum. Die Verbraucherzentrale beschreibt das so: Für eine Kilowattstunde Wärme wird eine Kilowattstunde Strom aufgewendet.
Das gilt für alle Bauarten. Unterschiedlich ist nur, wie die Wärme in den Raum kommt:
- als warme Luft, die im Raum aufsteigt und zirkuliert (Konvektion),
- als Strahlung, die Wände, Möbel und Menschen direkt erwärmt (Strahlungswärme),
- zeitversetzt aus einem Speicher, der Wärme aufnimmt und langsam wieder abgibt.
Diese Unterschiede beeinflussen, wie angenehm sich die Wärme anfühlt und wie schnell ein Raum warm wird. Sie ändern aber nichts daran, wie viel Strom insgesamt für eine bestimmte Wärmemenge nötig ist.
Eine andere Technik ist die Wärmepumpe. Sie nutzt zusätzlich Wärme aus Luft, Erde oder Wasser und braucht deshalb nach Angaben der Verbraucherzentrale für die gleiche Wärme nur etwa ein Viertel des Stroms. Dafür ist sie in der Anschaffung deutlich aufwendiger und braucht ein Heizungssystem mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung.
Kurz gesagt: Bei Elektroheizungen entscheidet nicht die Bauart über den Verbrauch, sondern wie viel Wärme der Raum braucht und wie gut Sie die Heizung regeln.
Speicher, Konvektor, Infrarot: die Bauarten
Heizlüfter und Konvektor
Ein Heizlüfter bläst Luft über einen Heizdraht. Er heizt schnell, ist aber hörbar und wirbelt Staub auf. Ein Konvektor arbeitet ohne Gebläse: Die Luft streicht über das Heizelement, steigt auf und verteilt sich. Beide eignen sich eher für kurze Einsätze.
Ölradiator
Ein Ölradiator ist mit Öl gefüllt, das die Wärme etwas speichert. Er steht meist auf Rollen und wird an die Steckdose angeschlossen. Er ist eine verbreitete Lösung für gelegentliches Zusatzheizen.
Infrarotheizung
Eine Infrarotheizung ist eine flache Platte an Wand oder Decke. Sie gibt vor allem Strahlungswärme ab. Wenn sie ausgeschaltet wird, kühlt sie schnell ab, weil sie kaum Wärme speichert. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Flächenspeicherheizung oder Infrarotheizung?
Speicherheizung
Speicherheizungen haben einen Kern, der Wärme aufnimmt und nach und nach abgibt. Der alte Nachtspeicherofen gehört dazu: Er lädt nachts mit günstigerem Strom auf und gibt die Wärme tagsüber ab.
Unsere Flächenspeicherheizung arbeitet mit einem Speicherkern aus Schamotte, in den die Heizleiter eingelassen sind. Die Wärme gelangt über senkrechte Rippen aus Feinstahl in den Raum, als milde Strahlungswärme und als Konvektion. Das Gehäuse ist pulverbeschichtet, die Bautiefe beträgt 8 cm. Spürbar warm wird sie nach 5 bis 10 Minuten, ihre volle Wärme erreicht sie nach etwa 30 Minuten. Nach dem Abschalten gibt der warme Kern noch eine Zeit lang Wärme ab.
Kurz gesagt: Heizlüfter und Ölradiator sind für kurze Einsätze gedacht, Infrarot für Strahlungswärme ohne Speicher, Speicherheizungen für gleichmäßige Wärme über längere Zeit.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
1. Die Leistung muss zum Raum passen
Eine zu schwache Heizung schafft die gewünschte Temperatur an kalten Tagen nicht. Eine deutlich zu starke Heizung braucht nicht mehr Strom, schaltet aber öfter an und aus. Als grobe Orientierung rechnen wir mit etwa 100 Watt pro Quadratmeter im Altbau und etwa 70 Watt pro Quadratmeter im Neubau, jeweils bei normaler Deckenhöhe. Im Konfigurator sehen Sie zu jeder Größe einen Richtwert in Quadratmetern.
2. Eine gute Regelung spart wirklich
Hier liegt der größte Hebel. Ein Thermostat hält die Temperatur, statt einfach durchzuheizen. Wer zusätzlich nachts oder bei Abwesenheit die Temperatur absenkt, braucht weniger Strom. Das Umweltbundesamt empfiehlt zum Beispiel, im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C einzustellen und bei mehrstündiger Abwesenheit auf etwa 18 °C abzusenken.
Unsere Heizungen gibt es mit analoger Regelung (Thermostat im Seitenteil) oder mit digitaler Regelung über Sender und Empfänger bis hin zur Smarthome-Anbindung. Mehr dazu unter Thermostate und Zubehör.
3. Das Wärmegefühl
Viele Menschen empfinden Strahlungswärme als angenehm, weil sie Wände und Möbel mit erwärmt und weniger Luftbewegung erzeugt. Gebläseheizungen wirbeln dagegen Luft und Staub auf. Probieren Sie, wenn möglich, aus, was Ihnen angenehm ist.
4. Bauform, Platz und Optik
Messen Sie den Platz vor dem Kauf aus: unter dem Fenster, unter der Dachschräge, neben der Tür. Achten Sie auf Höhe, Breite und Tiefe. Unsere Heizungen gibt es in 35, 65, 95 und 125 cm Breite und in 38, 60 und 120 cm Höhe. Das Gehäuse beschichten wir in Ihrer Wunschfarbe.

Flächenspeicherheizungen in verschiedenen Farben. Die Farbe wählen Sie passend zum Raum.
5. Montage und Anschluss
Fragen Sie, wie die Heizung aufgestellt wird: an der Wand, auf Standfüßen oder auf Rollen. Klären Sie auch den Anschluss. Ein fester Anschluss an die Hausinstallation darf nach der Niederspannungsanschlussverordnung nur ein Installationsbetrieb vornehmen, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Unsere Heizungen haben alle einen Schuko-Stecker: Sie stecken sie in die Steckdose, einen Elektriker brauchen Sie dafür nicht.
6. Sicherheit und Kennzeichnung
Elektrogeräte müssen die geltenden Sicherheitsregeln einhalten. Die Niederspannungsanschlussverordnung nennt als Hinweis darauf die vorgeschriebene CE-Kennzeichnung sowie Zeichen von Prüfstellen wie das VDE- oder GS-Zeichen. Fragen Sie beim Händler oder Hersteller nach, welche Kennzeichnung ein Gerät trägt.
7. Ein Ansprechpartner, den Sie erreichen
Eine Heizung nutzen Sie viele Jahre. Fragen Sie vor dem Kauf, wer Sie bei Fragen berät, wer Ersatzteile liefert und welche Garantiebedingungen gelten. Lassen Sie sich die Bedingungen schriftlich geben.
Kurz gesagt: Kaufen Sie nach Raum, Regelung und Bauform, nicht nach Werbeversprechen. Ein persönliches Gespräch klärt die meisten Fragen schneller als jede Rangliste.
Häufige Fragen
Welche Elektroheizung verbraucht am wenigsten Strom?
Für dieselbe Wärmemenge brauchen alle Elektroheizungen gleich viel Strom. Weniger Strom verbrauchen Sie, wenn Sie gezielt regeln, die Temperatur nicht höher als nötig einstellen und Wärmeverluste verringern.
Ist eine Speicherheizung besser als eine Infrarotheizung?
Das hängt vom Raum und von Ihren Gewohnheiten ab. Eine Speicherheizung gibt Wärme gleichmäßig und länger ab. Eine Infrarotheizung reagiert schnell und kühlt schnell wieder ab. Beim Stromverbrauch pro Wärmemenge gibt es keinen Unterschied.
Gibt es einen Testsieger bei Flächenspeicherheizungen?
Wir werben nicht mit Testergebnissen. Wenn Sie im Internet auf Ranglisten stoßen, prüfen Sie, wer sie erstellt hat, nach welchen Kriterien getestet wurde und ob die Geräte überhaupt vergleichbar waren. Manche Ranglisten stammen von Händlern, die die genannten Geräte selbst verkaufen.
Was kostet eine Elektroheizung im Betrieb?
Das rechnen Sie mit einer einfachen Formel aus: Leistung mal Laufzeit mal Strompreis. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber Stromverbrauch und Kosten einer Elektroheizung.
Fazit
Die beste Elektroheizung ist die, die zu Ihrem Raum und zu Ihrem Alltag passt. Achten Sie auf passende Leistung, eine gute Regelung, angenehme Wärme und einen Ansprechpartner, der Sie auch nach dem Kauf berät.
Wie unsere Flächenspeicherheizung aufgebaut ist und welche Größen es gibt, lesen Sie auf der Produktseite. Wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Quellen
Stand aller Angaben: 8. Oktober 2026.
- Verbraucherzentrale Energieberatung, Elektrische Direktheizung: verbraucherzentrale-energieberatung.de
- Umweltbundesamt, Heizen und Raumtemperatur: umweltbundesamt.de
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 Elektrische Anlage: gesetze-im-internet.de