Elektrische Zusatzheizung für einzelne Räume
Einzelne Räume zusätzlich elektrisch heizen: wann eine Zusatzheizung sinnvoll ist, welche Bauarten es gibt und was Sie bei Leistung und Anschluss beachten.
Eine elektrische Zusatzheizung ist sinnvoll, wenn einzelne Räume mit der vorhandenen Heizung nicht warm genug werden oder nur ab und zu genutzt werden. Typische Beispiele sind das Bad, ein ausgebautes Dachgeschoss oder ein Gästezimmer. Als Dauerlösung für ein ganzes Haus ist sie meist teuer im Betrieb, denn jede Elektroheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann sich eine Zusatzheizung lohnt, welche Bauarten es gibt und worauf Sie bei Leistung, Anschluss und Regelung achten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine elektrische Zusatzheizung ergänzt die vorhandene Heizung in einzelnen Räumen. Sie braucht keine Heizungsrohre, nur Strom.
- Alle elektrischen Direktheizungen wandeln Strom vollständig in Wärme um. Unterschiede gibt es beim Wärmegefühl, bei der Regelung und bei der Bauform, nicht beim Verbrauch je Kilowattstunde Wärme.
- Fest angeschlossene Heizungen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Steigt dadurch die benötigte Leistung Ihres Hausanschlusses, muss der Netzbetreiber informiert werden.
- Bevor Sie zusätzlich elektrisch heizen, lohnt ein Blick auf die vorhandene Heizung. Manchmal ist sie nur schlecht eingestellt.
Wann eine Zusatzheizung sinnvoll ist
Eine Zusatzheizung soll eine Lücke schließen. Sie ersetzt nicht die Hauptheizung, sondern hilft dort, wo diese nicht ausreicht oder wo sie zu träge ist.
Typische Fälle sind:
- Bad: Morgens soll es schnell warm sein, und Handtücher sollen trocknen. Viele Bäder haben nur einen kleinen Heizkörper.
- Dachgeschoss und Anbau: Ausgebaute Räume liegen oft am Ende des Heizkreises. Dort kommt weniger Wärme an.
- Selten genutzte Räume: Ein Gäste- oder Hobbyzimmer müssen Sie nicht dauerhaft mitheizen. Eine Elektroheizung wärmt es nur dann, wenn Sie es brauchen.
- Übergangszeit: Im Herbst oder Frühjahr ist die Zentralheizung manchmal noch aus. Ein einzelner Raum lässt sich dann gezielt temperieren.
Wann eine Zusatzheizung nicht die beste Lösung ist
Wird ein Raum trotz laufender Zentralheizung nicht warm, kann das an der Heizung selbst liegen. Häufige Ursachen sind ein fehlender hydraulischer Abgleich oder falsch eingestellte Thermostatventile. Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizung so eingestellt, dass jeder Heizkörper die passende Menge warmes Wasser bekommt. Die Verbraucherzentrale beschreibt, wie das funktioniert. Lassen Sie das im Zweifel zuerst von einem Heizungsfachbetrieb prüfen.
Wer dagegen das ganze Haus dauerhaft mit Strom heizen will, sollte die Kosten genau rechnen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass elektrische Direktheizungen für eine Kilowattstunde Wärme eine Kilowattstunde Strom brauchen. Eine Wärmepumpe gewinnt dieselbe Wärme aus deutlich weniger Strom. Für einzelne Räume und kurze Heizzeiten fällt das weniger ins Gewicht.
Kurz gesagt: Eine elektrische Zusatzheizung lohnt sich für einzelne Räume mit besonderem Bedarf. Für das ganze Haus ist sie selten die günstigste Lösung.
Bauarten im Überblick
Elektrische Zusatzheizungen gibt es in vielen Formen. Beim Stromverbrauch unterscheiden sie sich nicht: Für dieselbe Wärmemenge brauchen alle dieselbe Strommenge. Die Unterschiede liegen darin, wie sich die Wärme anfühlt, wie gut sie sich regeln lässt und wie die Heizung im Raum wirkt.
| Bauart | So gibt sie Wärme ab | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Heizlüfter | warme Luft über ein Gebläse | kurz und schnell, z. B. in der Werkstatt |
| Elektro-Radiator (Ölradiator) | Konvektion und Strahlung, mobil | vorübergehend, z. B. im Gästezimmer |
| Konvektor | erwärmte Luft steigt auf und verteilt sich | Wohnräume, Wandmontage |
| Infrarotheizung | Wärmestrahlung, erwärmt Flächen und Körper | Wand oder Decke, gut gedämmte oder selten genutzte Räume |
| Flächenspeicherheizung | Strahlungswärme und Konvektion aus einem Speicherkern | Wohnräume, Bad, Dachgeschoss |
Heizlüfter und Elektro-Radiatoren
Heizlüfter sind klein und günstig in der Anschaffung. Die Verbraucherzentrale nennt aber Nachteile: Sie sind laut, und an den Heizdrähten kann Staub verbrennen. Das verschlechtert die Luft im Raum. Sie eignen sich eher für kurze Einsätze. Elektro-Radiatoren, oft mit Öl gefüllt, arbeiten ohne Gebläse. Sie stehen frei im Raum und lassen sich umstellen.
Infrarotheizung
Eine Infrarotheizung gibt Wärmestrahlen ab. Diese erwärmen vor allem Wände, Möbel und Menschen, weniger die Luft. Nach Angaben von co2online eignen sich Infrarotheizungen für selten genutzte Räume und gut gedämmte Gebäude. Sie werden meist an der Wand oder an der Decke montiert.
Flächenspeicherheizung
Unsere Flächenspeicherheizung hat einen Kern aus Schamotte mit eingelassenen Heizleitern. Der Kern nimmt die Wärme auf und gibt sie gleichmäßig über Rippen aus Feinstahl an den Raum ab, als milde Strahlungswärme und Konvektion. Das Gehäuse ist 8 cm flach und wird an der Wand montiert oder steht auf Füßen. Wie lange der Speicherkern nach dem Abschalten noch Wärme abgibt, hängt von Größe und Einstellung ab. Spürbar warm wird sie nach 5 bis 10 Minuten, ihre volle Wärme erreicht sie nach etwa 30 Minuten.

Hohe Bauform: Flächenspeicherheizung 35 × 120 cm, 1000 Watt, in Grau mit zwei Bügeln.
Wo wenig Wandbreite frei ist, gibt es die Heizung in 120 cm Höhe. Sie passt neben Tür oder Fenster und bekommt auf Wunsch zwei Bügel. Mehr dazu auf unserer Seite Hohe Bauform.
Kurz gesagt: Wählen Sie die Bauart nach Raum und Nutzung. Für kurze Einsätze reicht ein mobiles Gerät. Für Räume, die Sie regelmäßig heizen, ist eine fest montierte, gut regelbare Heizung angenehmer.
Leistung und Anschluss
Welche Leistung braucht der Raum?
Die passende Leistung hängt von Raumgröße, Raumhöhe und Dämmung ab. Bei einer Zusatzheizung kommt hinzu, wie viel die vorhandene Heizung schon leistet. Eine zu kleine Heizung läuft ständig und wird trotzdem nicht warm genug. Eine sehr große Heizung ist teurer in der Anschaffung, als sie sein müsste.
Unsere Flächenspeicherheizungen gibt es je nach Größe mit 500 bis 2500 Watt. Im Konfigurator sehen Sie zu jeder Größe einen Richtwert, für wie viele Quadratmeter die Leistung ungefähr reicht. Für eine Zusatzheizung kann eine kleinere Leistung genügen. Das besprechen wir gern mit Blick auf Ihren Raum.
Steckdose oder Festanschluss
Mobile Heizgeräte haben einen Stecker. Fest montierte Heizungen werden je nach Modell entweder über eine Steckdose betrieben oder fest an die Hausinstallation angeschlossen. Unsere Flächenspeicherheizungen haben alle einen Schuko-Stecker: Sie stecken sie in die Steckdose, einen Elektriker brauchen Sie dafür nicht.
Für einen Festanschluss gilt: Arbeiten an der elektrischen Anlage im Haus dürfen außer dem Netzbetreiber nur Installationsbetriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. So regelt es § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Fragen Sie Ihren Elektriker also, ob er eingetragen ist.
Außerdem müssen zusätzliche Verbrauchsgeräte dem Netzbetreiber mitgeteilt werden, wenn sich dadurch die benötigte Leistung des Hausanschlusses erhöht (§ 19 NAV). Ob das bei Ihnen der Fall ist, weiß Ihre Elektrofachkraft.
Im Bad gelten zusätzlich besondere Regeln für elektrische Geräte in der Nähe von Wanne und Dusche. Unsere Heizungen haben die Schutzart IP20. Sie gehören nicht dorthin, wo Spritzwasser hinkommen kann, also nicht an Dusche, Wanne oder Waschbecken.
Regelung
Eine Zusatzheizung soll nur dann heizen, wenn Sie Wärme brauchen. Darum ist eine gute Regelung wichtig. Unsere Heizungen regeln Sie analog über ein Thermostat im Seitenteil oder digital mit Sender und Empfänger, auf Wunsch bis zur Anbindung an Ihr Smarthome. Mehr dazu unter Thermostate und Zubehör.
Kurz gesagt: Wählen Sie die Leistung passend zum Raum, lassen Sie fest angeschlossene Heizungen von einer eingetragenen Elektrofachkraft anschließen und regeln Sie die Heizung über ein Thermostat. Geräte mit Schuko-Stecker kommen einfach in die Steckdose.
Was kostet der Betrieb?
Die Stromkosten hängen von Leistung, Laufzeit und Strompreis ab. Die Formel lautet:
Leistung in Kilowatt × Stunden × Strompreis je Kilowattstunde = Kosten
Beispiel: Eine Zusatzheizung mit 1000 Watt (1 Kilowatt) heizt morgens und abends zusammen zwei Stunden mit voller Leistung. Bei einem Strompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt für Haushalte laut BDEW im Jahr 2026, ergibt das: 1 kW × 2 h × 0,37 € = 0,74 € am Tag.
Das ist nur ein Rechenbeispiel. Ihr eigener Strompreis steht auf Ihrer Stromrechnung. Mit Thermostat läuft die Heizung außerdem nicht ständig mit voller Leistung, sondern nur so lange, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist.
Häufige Fragen
Kann eine Elektroheizung die Zentralheizung ergänzen?
Ja. Genau dafür ist eine Zusatzheizung gedacht. Sie heizt einzelne Räume, in denen die Zentralheizung nicht ausreicht oder die Sie nur gelegentlich nutzen.
Brauche ich für eine Zusatzheizung einen eigenen Stromzähler?
Nein, nicht für den Betrieb mit normalem Haushaltsstrom. Einen eigenen Zähler brauchen Sie nur, wenn Sie einen speziellen Heizstrom-Tarif nutzen wollen. Das lohnt sich bei einer kleinen Zusatzheizung selten.
Ist eine elektrische Zusatzheizung überall erlaubt?
Mobile Geräte können Sie überall nutzen. Für fest eingebaute Elektroheizungen stellt das Gebäudemodernisierungsgesetz in Gebäuden mit Wohnungen Bedingungen an die Dämmung, mit Ausnahmen etwa für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser (§ 46 GModG). In Hamburg gilt ein eigenes Landesgesetz. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Sind Elektroheizungen noch erlaubt?
Welche Zusatzheizung braucht am wenigsten Strom?
Bei gleicher Wärme brauchen alle elektrischen Direktheizungen gleich viel Strom. Sparen können Sie über die Regelung: Heizen Sie nur, wenn Sie den Raum nutzen, und stellen Sie keine höhere Temperatur ein als nötig.
Fazit
Eine elektrische Zusatzheizung ist eine einfache Lösung für einzelne Räume: Bad, Dachgeschoss, Gästezimmer oder die Übergangszeit. Sie braucht keine Rohre und lässt sich gezielt regeln. Für das ganze Haus ist sie dagegen selten die günstigste Wahl.
Wo unsere Flächenspeicherheizung passt, zeigen wir auf der Seite Einsatzbereiche. Für schmale Wandflächen gibt es die hohe Bauform. Welche Größe und Leistung zu Ihrem Raum passt, klären wir gern persönlich. Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Quellen
Stand aller Angaben: 8. Oktober 2026.
- Energieberatung der Verbraucherzentrale, Elektrische Direktheizung: verbraucherzentrale-energieberatung.de
- Verbraucherzentrale, Hydraulischer Abgleich: verbraucherzentrale.de
- co2online, Infrarotheizungen: co2online.de
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 Elektrische Anlage: gesetze-im-internet.de
- NAV, § 19 Betrieb von elektrischen Anlagen, Verbrauchsgeräten und Ladeeinrichtungen, Eigenanlagen: gesetze-im-internet.de
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 46 Einbau einer Stromdirektheizung: gesetze-im-internet.de
- BDEW, Strompreisanalyse (August 2026): bdew.de