Elektroheizung und Photovoltaik
Kann eine Elektroheizung mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage laufen? Was im Winter realistisch ist und wie Speicherkern und Thermostat helfen.
Ja, eine Elektroheizung kann mit Strom aus Ihrer eigenen Photovoltaikanlage laufen. Im Winter, wenn Sie am meisten heizen, erzeugt die Anlage aber nur wenig Strom. Den größten Teil der Heizenergie beziehen Sie dann weiter aus dem Netz. In der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst kann Solarstrom dagegen einen spürbaren Teil übernehmen.
Dieser Ratgeber zeigt mit Zahlen, was realistisch ist, wie ein Speicherkern und eine gute Regelung helfen und wie Sie selbst nachrechnen. Versprechen zu Ersparnissen machen wir bewusst nicht, denn das Ergebnis hängt von Ihrer Anlage, Ihrem Haus und Ihrem Verbrauch ab.
Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland fiel 2025 nur gut 8 Prozent der öffentlichen Solarstromerzeugung in die Monate Dezember bis Februar. In der kältesten Zeit ist Solarstrom also knapp.
- Solarstrom entsteht tagsüber, geheizt wird oft morgens und abends. Ein Speicherkern und ein Thermostat helfen, Mittagsstrom für einige Stunden als Wärme zu nutzen.
- Selbst genutzter Solarstrom ist mehr wert als eingespeister: Sie sparen den Strompreis aus dem Netz, statt nur die Einspeisevergütung zu erhalten.
- Jede Elektroheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Auch mit Solarstrom bleibt das so.
Solarstrom für die Heizung: was im Winter realistisch ist
Eine Photovoltaikanlage, kurz PV-Anlage, wandelt Sonnenlicht in Strom um. Wie viel sie erzeugt, hängt stark von der Jahreszeit ab. Im Sommer sind die Tage lang und die Sonne steht hoch. Im Winter sind die Tage kurz, oft ist der Himmel bedeckt, und manchmal liegt Schnee auf den Modulen.
Wie groß der Unterschied ist, zeigen die Daten der Plattform Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Wir haben die öffentliche Netto-Solarstromerzeugung in Deutschland für das Jahr 2025 nach Monaten ausgewertet:
| Monat | Anteil an der Solarstromerzeugung 2025 |
|---|---|
| Oktober | 5,0 % |
| November | 3,0 % |
| Dezember | 2,1 % |
| Januar | 2,2 % |
| Februar | 4,1 % |
| März | 9,3 % |
| April | 12,2 % |
| zum Vergleich: Juni | 14,3 % |
Eigene Auswertung der Daten von energy-charts.info (Fraunhofer ISE), öffentliche Netto-Stromerzeugung 2025, gerundet.
Die Monate Dezember bis Februar kommen zusammen auf etwa 8 Prozent. Nimmt man den November dazu, sind es knapp 12 Prozent. Genau in diesen Monaten brauchen Sie aber die meiste Wärme. Ihre eigene Anlage folgt demselben Muster, auch wenn die genauen Werte je nach Standort, Ausrichtung und Wetter abweichen.
Was das für Ihre Heizung heißt
- Im Hochwinter erzeugt die Anlage wenig, und einen Teil davon braucht schon der übrige Haushalt. Für die Heizung bleibt oft kaum etwas übrig. Planen Sie die Heizung so, dass sie auch ganz ohne Sonne genug Wärme liefert.
- In der Übergangszeit, also im Oktober, März und April, erzeugt die Anlage deutlich mehr. Gleichzeitig ist es noch kühl genug zum Heizen. In diesen Wochen kann ein Teil der Heizwärme aus eigenem Solarstrom kommen.
- Im Sommer gibt es viel Solarstrom, aber kaum Heizbedarf. Ausnahmen sind etwa ein kühles Bad am Morgen.
Kurz gesagt: Solarstrom kann die Heizkosten in der Übergangszeit senken. Im Winter ersetzt er den Strom aus dem Netz nur zu einem kleinen Teil.
Wie der Speicherkern hilft
Die Sonne scheint mittags, warm haben wollen Sie es oft am Abend. Hier hilft ein Wärmespeicher.
Unsere Flächenspeicherheizung hat einen Kern aus Schamotte mit eingelassenen Heizleitern. Läuft die Heizung, nimmt der Kern Wärme auf und gibt sie langsam und gleichmäßig an den Raum ab, als milde Strahlungswärme und Konvektion. Wird die Heizung über Mittag mit Solarstrom betrieben, gibt der warme Kern auch danach noch eine Zeit lang Wärme ab. Wie lange das reicht, hängt von Größe, Einstellung und Raum ab.
Wichtig ist eine realistische Erwartung: Ein Speicherkern verschiebt Wärme um Stunden, nicht um Tage und schon gar nicht vom Sommer in den Winter. An einem trüben Wintertag gibt es auch mittags kaum Überschuss, den er speichern könnte.
Und ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher hebt Solarstrom für den Abend auf. Auch er kann nur speichern, was die Anlage vorher zu viel erzeugt hat. Im Winter ist das wenig, und den Strom aus der Batterie braucht oft schon der übrige Haushalt. Ob sich ein Batteriespeicher für Sie rechnet, klärt am besten eine unabhängige Energieberatung.
Kurz gesagt: Der Speicherkern hilft, Solarstrom vom Mittag in Wärme für den Nachmittag und Abend zu verwandeln. Eine Winterlücke schließt er nicht.
Regelung und Eigenverbrauch
Eigenverbrauch heißt: Sie nutzen den Strom vom Dach selbst, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale nutzt ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einer 5-Kilowattpeak-Anlage etwa 20 bis 30 Prozent seines Solarstroms selbst. Den Rest speist er ins Netz ein.
Warum Eigenverbrauch zählt
Für eingespeisten Strom erhalten Betreiber kleiner Anlagen bis 10 Kilowattpeak seit dem 1. August 2026 eine Vergütung von 7,70 Cent je Kilowattstunde (Verbraucherzentrale). Strom aus dem Netz kostet Haushalte im Durchschnitt 37,0 Cent je Kilowattstunde (BDEW, 2026). Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, statt sie einzuspeisen und später teuer zurückzukaufen, ist deshalb mehr wert.
Beispiel: An einem sonnigen Apriltag nutzt Ihre Heizung 2 kWh Solarstrom, die sonst ins Netz gegangen wären. Rechenweg: 2 kWh × (0,37 € − 0,077 €) = 0,59 €. So viel Unterschied macht das an diesem Tag im Vergleich zum Einspeisen und Zurückkaufen. Das ist ein Rechenbeispiel mit Durchschnittswerten, keine Zusage. Setzen Sie Ihre eigenen Preise ein.
Das Thermostat entscheidet mit
Damit die Heizung möglichst dann läuft, wenn die Sonne scheint, brauchen Sie eine gute Regelung. Unsere Heizungen regeln Sie analog über ein Thermostat im Seitenteil oder digital mit Sender und Empfänger, auf Wunsch bis zur Anbindung an Ihr Smarthome. Mehr dazu unter Thermostate und Zubehör.
Manche Haushalte steuern Verbraucher über ein Energiemanagement-System, das Geräte einschaltet, wenn die PV-Anlage Überschuss meldet. Unsere Heizungen lassen sich mit einem Funk-Thermostat von Delta Dore und passendem Gateway per App steuern. Ob das zu Ihrem Energiemanagement passt, besprechen wir gern mit Ihnen.
Einfache Regeln für den Alltag
- Stellen Sie in der Übergangszeit die Heizzeiten so ein, dass die Heizung vor allem tagsüber läuft.
- Wählen Sie keine höhere Raumtemperatur als nötig. Jedes Grad weniger spart Strom, egal woher er kommt.
- Nutzen Sie das Thermostat, damit die Heizung nur in Räumen läuft, die Sie gerade nutzen.
Kurz gesagt: Je besser die Heizung auf die Sonnenstunden abgestimmt ist, desto mehr eigenen Solarstrom nutzen Sie. Die Regelung ist dabei wichtiger als die Heizung selbst.
Häufige Fragen
Kann ich im Winter nur mit Solarstrom elektrisch heizen?
Realistisch nicht. Im Dezember und Januar erzeugen PV-Anlagen nur einen kleinen Teil ihres Jahresertrags. Ihre Heizung braucht deshalb einen normalen Netzanschluss, der auch ohne Sonne genug Strom liefert.
Lohnt sich eine Elektroheizung mit PV mehr als eine Wärmepumpe mit PV?
Beim Stromverbrauch nicht. Eine Wärmepumpe gewinnt nach Angaben der Verbraucherzentrale dieselbe Wärme aus etwa einem Viertel des Stroms. Mit derselben Menge Solarstrom heizt sie also mehr. Eine Elektroheizung braucht dafür keine Rohre, ist einfacher einzubauen und lässt sich raumweise einsetzen. Was für Ihr Haus besser passt, hängt vom Gebäude und vom Budget ab.
Darf ich meine Elektroheizung mit Ökostrom betreiben?
Ja. Unsere Flächenspeicherheizung können Sie mit jedem Strom betreiben, auch mit Ökostrom aus dem Netz oder Solarstrom vom eigenen Dach.
Brauche ich für Solarstrom einen besonderen Anschluss an der Heizung?
Nein. Die Heizung bekommt Strom aus Ihrer Hausinstallation, egal ob er gerade vom Dach oder aus dem Netz kommt. Eine besondere Steuerung brauchen Sie nur, wenn die Heizung gezielt bei Solarüberschuss laufen soll.
Fazit
Eine Elektroheizung lässt sich gut mit einer PV-Anlage kombinieren, solange die Erwartungen stimmen. In der Übergangszeit kann eigener Solarstrom einen Teil der Heizwärme liefern. Im Winter kommt der Strom überwiegend aus dem Netz. Ein Speicherkern und eine gute Regelung helfen, den Mittagsstrom besser zu nutzen.
Wie unsere Flächenspeicherheizung aufgebaut ist und welche Größen es gibt, lesen Sie auf der Produktseite. Zur Regelung finden Sie mehr unter Thermostate und Zubehör. Wenn Sie eine PV-Anlage haben und Ihre Heizung darauf abstimmen möchten, schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Quellen
Stand aller Angaben: 8. Oktober 2026.
- Fraunhofer ISE, Energy-Charts, öffentliche Netto-Stromerzeugung in Deutschland 2025 (eigene Auswertung der Monatswerte Solar): energy-charts.info
- Verbraucherzentrale, Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist: verbraucherzentrale.de
- BDEW, Strompreisanalyse (August 2026): bdew.de
- Energieberatung der Verbraucherzentrale, Elektrische Direktheizung: verbraucherzentrale-energieberatung.de